Der Blick zum Horizont weitet die Seele

Der Blick zum Horizont weitet die Seele

Warum zieht gerade das Meer Menschen magisch an? Ist es die Farbe des Wassers, die, laut Goethe, beruhigend wirken soll oder der Reiz diverser Wassersportarten? Sicher beides. Aber vor allem ist es die Tatsache, dass man den Blick weit hinaus übers Wasser schweifen lassen kann. Bis ins Unendliche, lediglich von der Linie, die Wasser und Himmel voneinander trennt, begrenzt.

Genau das zieht den Menschen ans Meer, macht es so attraktiv, darin zu baden und sich auf ihm fortzubewegen. Weil es die Seele beruhigt, den inneren Horizont weitet. Mit einem Boot auf dem Meer zu fahren, hat noch einmal eine ganz andere Dimension. Das damit verbundene Freiheitsgefühl ist schwer erklärbar, man muss es erleben. Auch vom Strand aus kann man natürlich auf den Horizont blicken, aber nur in eine Richtung, da man hinter sich Festland hat. Weit draußen auf dem Meer jedoch, umgibt einen pure Unendlichkeit. Und das, soweit das Auge reicht. Manch einem mag diese Vorstellung vielleicht öde und langweilig vorkommen. Tatsächlich erlebt, beschert dieser Zustand der menschlichen Psyche jedoch vor allem eines: Entspannung und Beruhigung, da äußere Reize hierbei auf ein Minimum reduziert werden.

Allein durch Vorstellungskraft

Selbst der bloße Gedanke daran, aufs Meer hinauszuschauen, kann dieses wunderbare Gefühl auslösen, wenn sich in der Brust die Seele wie ein Ballon weitet. Laut dem Psychoanalytiker C.G. Jung steht das Meer in unseren Träumen für das Unbewusste. Logisch, dass bei unendlich viel Meer um einen herum, das Bewusstsein dann mehr und mehr herunterfährt und in einen tiefenentspannten Modus wechselt.

Doch mit einer Sache sollte man bitte nicht allzu entspannt umgehen: Mit der Ausrüstung für eine längere Bootsfahrt nämlich, da ein Gefühl der Sicherheit bekanntlich auch zur Entspannung beiträgt. Folgende nautische Ausrüstung sollte daher nie fehlen: Navigationsgerät, Seekarte, Kursdreieck, Bleistift, Zirkel, Funkanlage und Schiffstagebuch. Ebenso die Ausrüstung für erste Hilfe und Brandfälle, Notsignalkörper, Fernglas, Nachtsichtgerät und natürlich ein Anker.

Auszeit auf See oder anderswo

Das Motto „Ich bin dann Mal auf See“ hat schon viele inspiriert, sich eine Auszeit vom hektischen Alltag zu nehmen und innerlich zur Ruhe zu kommen. Wer sehnt sich nicht danach, das Leben einmal aus der Distanz heraus reflektieren und neu ausrichten zu können? Dass man dazu nicht einmal zwingend in See stechen muss, sondern es manchmal schon reichen kann, eine längere Familien-Auszeit in einer anderen Kultur zu verbringen, davon kann man sich durch die Lektüre spannender Erlebnisberichte, wie beispielsweise auch diesem hier, selbst überzeugen.

Pure Freiheit

Aktuell fühlen sich, aufgrund schwieriger Lebensumstände, wahrscheinlich viele eingeschränkt und mancher Freiheiten beraubt, die als selbstverständlich galten. Doch die innere Freiheit eines Menschen lässt sich nicht beschränken. Wer seiner Seele etwas Gutes tun will, sollte also täglich den Blick zum Horizont schweifen lassen. Wie? Entweder man versetzt sich durch innere Vorstellungskraft ans Meer oder begibt sich real hinaus in die Natur, was oft besser funktioniert. Auch unter grauem, wolkenverhangenem Himmel, kann sich die Seele weiten. Hierfür braucht es weder ein Boot, noch unbezahlten Sonderurlaub oder Befreiung von der Schulpflicht. Lediglich einen kleinen Ruck und etwas Zeit für sich selbst.